Inklusion

Damit das Mög­li­che ent­steht, muss immer wie­der das Unmög­li­che ver­sucht wer­den.«
(Her­mann Hes­se)

Jeder Mensch hat ein Recht auf »Inklu­si­on«, also dar­auf, ein gleich­be­rech­tig­ter Teil der Gesell­schaft zu sein, ohne Aus­schluss oder Aus­gren­zung.

Seit der Rati­fi­zie­rung der UN-Behin­der­ten­kon­ven­ti­on von 2009 durch die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sind alle Bun­des­län­der beauf­tragt, ihr Schul­sys­tem so zu ver­än­dern, dass unein­ge­schränkt für alle Men­schen der Zugang zum all­ge­mei­nen Schul­sys­tem mög­lich ist.

Inklu­si­on ist somit ein Men­schen­recht und fußt auf dem Grund­ge­dan­ken von Frei­heit und Gleich­heit. Sie darf natür­lich nicht nur ein The­ma für Men­schen mit Behin­de­rung sein, son­dern muss im gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Kon­text gese­hen wer­den.

An der Dal­berg-Grund­schu­le sind wir davon über­zeugt, dass nur der­je­ni­ge, der als Kind ler­nen darf, inte­griert zu leben, dann auch als Erwach­se­ner mit­ten­drin leben und arbei­ten kann.

Seit dem Schul­jahr 2012/13 betei­li­gen wir uns an der neu gestal­te­ten Schul­ver­suchs­ord­nung.

Kern­stück der inklu­si­ven Beschu­lung ist der gemein­sa­me Unter­richt. In Kin­der­gär­ten und Schu­len ver­brin­gen unse­re Kin­der den Groß­teil ihrer Zeit. Hier machen sie die wirk­sams­ten Erfah­run­gen im Umgang mit­ein­an­der. Hier schlie­ßen sie Freund­schaf­ten. Die Unter­schied­lich­keit wird meist als Berei­che­rung erlebt, das Sozi­al­ver­hal­ten und das Selbst­kon­zept eines jeden wer­den gestärkt. Auch Regel­kin­der pro­fi­tie­ren beim ziel­dif­fe­ren­ten Ler­nen, denn durch die indi­vi­du­el­le Fest­le­gung der Lern­zie­le wird bei einem inklu­si­ven Bil­dungs­an­ge­bot jede Schülerin/ jeder Schü­ler so geför­dert und gefor­dert wie es ihrem/ sei­nem bis­he­ri­gen Lern- und Leis­tungs­stand ent­spricht. Auf die­sem Weg ler­nen sie sich in ihrer Viel­falt zu schät­zen und ihre Unter­schied­lich­keit als »nor­mal« zu betrach­ten.

Die Dal­berg-Grund­schu­le hat hier­für ein eige­nes För­der­kon­zept ab Klas­se 1 ent­wi­ckelt, mit dem wir einen Bei­trag zur Ver­wirk­li­chung einer inklusive(re)n Gesell­schaft leis­ten möch­ten, in der jeder Mensch in sei­ner Indi­vi­dua­li­tät akzep­tiert wird und die Mög­lich­keit hat, in vol­lem Umfang in allen Lebens­be­rei­chen gleich­be­rech­tigt und GLEICHWERTIG mit ande­ren teil­zu­ha­ben.

Hier gelan­gen Sie direkt zum För­der­kon­zept unse­re Schu­le.

Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit unter­schied­li­chen Lern­ni­veaus — das kann von einem Kind mit Hoch­be­ga­bung aus­ge­hen, das bereits Auf­ga­ben aus höhe­ren Klas­sen löst, bis hin zu einer Schü­le­rin mit Down-Syn­drom, die gera­de beginnt, ers­te laut­treue Wör­ter zu schrei­ben — nicht schlech­ter ler­nen, als Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die in einer homo­ge­nen Lern­grup­pe beschult wer­den. Grund hier­für ist die not­wen­di­ge und unab­ding­ba­re Dif­fe­ren­zie­rung und das Öff­nen des Unter­richts durch Arbeits­for­men wie Lern­the­ken, Pro­jekt­ar­beit und Werk­stät­ten, aber auch durch das anschau­li­che Ler­nen, das Regel­schu­len mehr und mehr von den Son­der­schu­len über­neh­men.

Durch den Ein­satz von Kinderexperten,einer wei­te­ren Öff­nung des her­kömm­li­chen Fron­tal­un­ter­richts, bei dem Kin­der Kin­der Sach­ver­hal­te erklä­ren, tritt ein Lehr-Lern-Effekt ein, bei dem sich das Wis­sen des Kin­des, das in die Leh­rer­rol­le geschlüpft ist, wei­ter fes­tigt (Stär­kung der Fach­ebe­ne) und bei dem Kind, das einen Sach­ver­halt mit Kin­der­spra­che noch­mals erklärt bekommt, tritt auf sozia­ler Ebe­ne das Gefühl von Ange­nom­men­sein und Ver­ständ­nis-haben-für­ein­an­der (Stär­kung der Sozi­al­kom­pe­tenz) ein.

Der sozia­le Aspekt beim gemein­sa­men Unter­richt ist fast noch wesent­li­cher als die Fach­lich­keit. So ler­nen Kin­der, die in inklu­si­ven Klas­sen beschult wer­den fast neben­bei Rück­sicht­nah­me, Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und Empa­thie.

Durch die Umset­zung von Inklu­si­on wird sich auf lan­ge Sicht somit das Gesell­schafts­ge­fü­ge dahin­ge­hend ver­än­dern, dass jeder von jedem ler­nen kann — gleich — ob er mit oder ohne sicht­ba­re oder unsicht­ba­re Behin­de­rung gebo­ren wur­de.

Das Kol­le­gi­um der Dal­berg-Grund­schu­le zeigt durch die Umset­zung der Schul­be­suchs­ver­ord­nung, dass wir eine zukunfts­fä­hi­ge Schu­le sein möch­ten, an der alle will­kom­men sind. Unse­re Arbeit bestä­tigt unser Den­ken, denn trotz man­cher Hür­den, ist der Grund­ge­dan­ke von Inklu­si­on für alle Betei­lig­ten eine Berei­che­rung.

ES GEHT! ;) — Der Weg lohnt sich für alle Betei­lig­ten.

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